Recovery Trialog Winterthur

Sicht Betroffene Perspektive

  • Kern: es geht nicht primär um das Verschwinden von Symptomen, sondern um die Rückgewinnung der Kontrolle über das eigene Leben.
  • Haltung: „Ich bin nicht meine Diagnose.“ Recovery bedeutet hier, trotz psychischer Erschütterungen eine Identität jenseits der Krankheit zu entwickeln.
  • Prozess: Betroffene lernen, ihre Warnsignale zu deuten, eigene Bewältigungsstrategien (Copings) zu nutzen und wieder Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen.

Sicht Angehörige Perspektive

  • Kern: Den schmalen Grat finden zwischen unterstützender Fürsorge und dem Respekt vor der Autonomie des Betroffenen.
  • Haltung: Haltung bewahren, auch wenn es Rückschläge gibt. Angehörige fungieren oft als „Hüter der Hoffnung“, wenn der Betroffene selbst sie verliert.
  • Prozess: Sie müssen lernen, sich selbst nicht im Prozess zu verlieren (Selbstfürsorge). Recovery bedeutet für sie auch, die Schuldfrage loszulassen und den Betroffenen wieder als kompetentes Gegenüber wahrzunehmen.

Sicht Professionelle Perspektive

  • Kern: Die Anerkennung, dass der Patient der Experte für sein eigenes Leben ist. Fachwissen wird als Angebot zur Verfügung gestellt, nicht als Befehl.
  • Haltung: Ressourcenorientierung statt Defizitorientierung. Es wird nicht gefragt „Was fehlt Ihnen?“, sondern „Was brauchen Sie, um Ihr Leben nach Ihren Vorstellungen zu führen?“.
  • Prozess: Machtabgabe und partnerschaftliche Entscheidungsfindung (Shared Decision Making). Der Fokus liegt auf der Förderung von Resilienz und gesellschaftlicher Teilhabe (Inklusion).

 

So oder ähnlich könnten Deine Gedanken sein. Gerne möchten wir uns zu diesem Thema trialogisch austauschen und laden Euch zur Teilnahme.