In der heutigen digitalen Welt fühle ich mich manchmal hin- und hergerissen: Einerseits ist es großartig, dass ich mich in Online-Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen vernetzen und austauschen kann. Im Internet kann ich mich innerhalb von wenigen Minuten informieren über psychische Erkrankungen, Therapien, Medikamente, Unterstützungsangebote – früher war das kaum möglich. Apps helfen mir, Termine nicht zu vergessen, meine Stimmung zu verfolgen oder online Unterstützung zu finden. Besonders in Krisen ist es gut zu wissen, dass ich über Video schnell Kontakt zu meiner Therapeutin aufnehmen kann.
Doch ich merke auch, dass es manchmal schwierig geworden ist, echte Nähe zu halten. Gespräche finden über Messenger statt, Emotionen gehen verloren. Die Digitalisierung kann Wissen und Vernetzung bringen – aber sie kann auch Entfremdung fördern. Auch zeigen soziale Medien oft nur perfekte Leben – das verstärkt mein Gefühl, nicht zu genügen. Auch wächst der Druck, ständig auf dem neuesten Stand zu sein. Digitalisierung bedeutet für mich Freiheit und Druck zugleich.»
Hast Du diese und ähnliche Gedanken auch schon gemacht – als Betroffene, als Angehöriger, als Fachperson? Am Trialog vom 11. Dezember wollen wir uns trialogisch darüber austauschen. Wir freuen uns, wenn du dabei bist!
